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Segeltörn Teil4

Teil 4 der Segeltour

Ziel Cabrera – aber vorher noch tanken! Also los, hoch, frühstücken – um 09.00 Uhr macht die Tankstelle auf – hatte man uns jedenfalls im Hafenbüro versichert. Und da lagen wir nun – pünktlich um 08:50 an der Tanke. Nur waren wir leider weit und breit die Einzigen. Kein Tankwart, Büro verschlossen, kein Hinweis, nichts. Aber wozu sponsert man denn die Mobilfunkunternehmen? Ein kurzer (Handy) Anruf brachte es an den Tag: heute kein Service! Na dann, ab Richtung Cabrera, in Porto Colom gibt’s ja auch noch eine Tanke. 09:30 waren wir aus Porto Cristo raus und uns empfing ein knackiger Ostwind mit 5 Bft. Mit gut Lage ging es auf der Steuerbord Scheuerleiste einen schönen langen Schlag bis Cabrera – mit planmäßigem Tankstopp in Porto Colom. Mittags hatte keiner so richtig Appetit, etwas Obst und Brot waren schon OK. Nach gut 6 Stunden Fahrt machten wir nach 32 sm kurz nach 16:00 wieder in Cabrera fest. Da war sie wieder unsere idyllische Bucht. Bernd sprang gleich ins Wasser, die anderen beließen es beim Füße baden. Gegen 18:00 kam über UKW eine Sturmwarnung für die Nacht und den nächsten Tag und kurz danach zog ein ordentliches Wetter auf. Der Wind viel mit Böen von mehr als 25 Kn in die geschützte Bucht ein. Möchte nicht wissen, wie es jetzt draußen aussieht… Helmut, Bernd und Uwe ließen sich aber nach dem Abendbrot nicht von ihrer allabendlichen Skatrunde abhalten. Nur die “Gute Nacht Zigarre” und Reiseberichte von vergangenen Touren musste heute ausfallen. Na, dann – eine gute Nacht.

Mit Schlaf wurde dann nicht viel. Florian kam alle Nase lang an Oberdeck und kontrollierte die Festmancher wahrscheinlich zum 20. Mal, Bernd verlegte seinen “Schlafplatz” dann gleich ganz ins Cockpit. Das Schiff tanzte wie ein Kreisel um die Tonne. Der Wind legte gegen Morgen dann sogar noch mal zu. An ein Auslaufen war nicht zu denken. Aber nach Palma müssen wir heute schon noch zurück. Oder fahren wir doch erst morgen??? Nach dem Frühstück gingen dann Jens, Hammer und Florian auf Expedition, dem Wind lauschen. Laut Hafenbüro ist das alles nicht so schlimm, ein NO 6 Bft, abnehmend 5. Ein Blick vom Castel (gut 50 m Höhe) auf das Mittelmeer ergab einen beherrschbaren Zustand von Wind und Wellen. Also Entschluss – Ablegen. Auf der Rückfahrt zum Schiff noch kurz mit dem Dingi einem Motorboot geholfen – der Motor streikte – und dann … tja, 100 m vor unserm Schiff streikte dann unser Motor … wer da wohl den Tankinhalt kontrolliert hatte…? Bernd paddelte wie wild gegen Wind und Wellen, Jens nahm die “Schleppleine” und zog schwimmend und so haben die beiden Skipper Uwe wieder sicher auf das Schiff gebracht – danke für den Einsatz Männer!! Alle an Bord? Kurs Palma!

Palma de Mallorca

Um 10:40 verlassen wir Cabrera unter Groß – Reff 2 und fahren mit zügigen 5,5 Knoten Kurs NW. Im Cockpit sind Sorgeleinen gespannt, jeder ist eingepickt und allen merkt man die Anspannung an. So manche Welle kommt über. Gegen 13:00 stehen wir auf Höhe Cap Blanc. Unter Landschutz nimmt der Wind ab. Wir setzten die Genua und gehen mit dem Groß auf Reff 1 zurück. Nun geht die Post ab – mit gut 8 Knoten “fliegen” wir in Richtung Palma. Gegen 13:45 – Palma in Sicht und schon eine gute Stund später passieren wir die Mole von Palma. Der kurze Schlag zum Anleger gelingt uns dann auch noch, vorbei an der langen Schlange vor der Tankstellen (nur der frühe Vogel fängt den Wurm) und nach einigem Zirkeln waren wir dann um 15:20 an Pier 46 fest. Inge Kies nahm uns auch gleich in Empfang. Kurze Auswertung, Bekanntgabe der Ausfälle (Toplicht, Genua Naht und Taschenlampe) und um 16:30 war das Schiff übergeben. Nun hieß es schnell landfein machen, denn Hammer hatte noch eine Überraschung für uns alle parat: Ein Abendessen auf einem AIDA Kreuzfahrtschiff (es gab noch Restplätze …danke Manja, dass Du uns das ermöglicht hast!!). Nach dem ausgiebigen Schlämmen (Helmut Dein Essen während der Woche war Klasse) bekamen wir eine exklusive Führung durch das Schiff. Nach einer Woche auf 13 m ist so ein 150 m Dampfer schon mächtig beeindruckend. Nur Segeln kann er halt nicht. Zum Absacker ging es dann rückzu noch in eine Hafenkneipe an der Pier 46, wo wir von spanischem Bier zu Heinecken wechselten – schon ein Stück näher an der Heimat. Die letzte Nacht auf dem Schiff verlief ruhig und um 06:00 klingelten die ersten Wecker. Eine halbe Stunde später saßen wir dann bereits in den Taxis und ab zum Flughafen. Nach einem kurzen Abschiedskaffe mussten wir dann zu unseren Maschinen nach Hamburg und Düsseldorf. Der Rest ist dann wie überall: Flug – Landung – Gepäck – Abschied – Fahrt nach Hause. Fazit: Zusammen sind wir 124 sm unter Segeln gefahren und 22 sm gejockelt. Nicht wirklich großes ging kaputt, Schiff und Besatzung kehrten heil und gesund zurück. An die Crew: Vielen Dank an euch, ihr ward eine tolle Crew! Jeder von euch hat seinen Teil zum Gelingen des Törnst beigetragen! Ich freue mich auf eine Neuauflage zum Ende August nächstes Jahr!

Mallorca

Der Ausflug ins Mittelmeer hat mir persönlich sehr gut gefallen. Wenn das Wetter auch unbeständig war, so doch wenigstens auf hohem (Temperatur-) Niveau. Aber ich sehe mich im kommenden Jahr (auf Wunsch der Mehrheit) schon wieder in der kalten Ostsee. Vielleicht gibt es ja einen tollen warmen Sommer.