Schlagwort-Archiv: Lüttich

Liege Geschichte

Der Ort Liege liegt an der Grenze des Flusses Maas.

Den Namen verdankt die Stadt  dem kleinen Fluss Legia. Dieser Fluss hat eine Menge Ablagerungen an genau der Stelle, wo er in die Maas mündet. Die erste Siedlung, durch zwei Hügel von der Nord-Westseite geschützt, wurde bereits in der Altsteinzeit besiedelt. Im frühen Mittelalter wuchs das kleine Dorf  rasch. Der damalige Dorfkern ist heute der Hauptplatz von Liege, der “Place Saint Lambert ‘.

Drei Ereignisse prägten die Entwicklung des Dorfes: der Mord an Saint Lambert, die Entscheidung von Saint Hubert in Lüttich die Hauptstadt eines neuen Bistums und schließlich die Tatsache, dass Bischof Notker von Kaiser Otto II zusätzlich zu seiner religiösen machen Macht auch noch weltliche Macht erhalten hatte. Dadurch änderte sich der Status des Bischofs Notker und seiner Nachfolger in “Fürstbischof”, was soviel bedeutete, dass er über Liege als Bischof gleich eines Prinzen regieren konnte. Aus diesem Grund entwickelte Liege schnell eine nationale Identität, über das gesamte Gebiet. Abgesehen von dem mächtigen Nachbarn Deutschland und Frankreich. Die Einwohner von Lüttich betonten immer wieder ihre Neutralität gegenüber dem Deutschen Reich, dem die Stadt eigentlich gehörte. Zugleich hat Liege stets deutlich gemacht, dass sie den romanischen Sprachen Teil Europas gehörte. Liege musste häufig seine Unabhängigkeit gegen seine Nachbarn, wie der Herzog von Brabant und dem Herzog von Burgund zu verteidigen. Die Zerstörung der Stadt und die Anzahl der verstorbenen der Bevölkerung im Jahre 1468 sind in Gedenktafeln eingraviert.

Am 30. Mai 1506 übernahm der neue Bischof, Everhard van der Marck,  die Macht über die Stadt und Lüttich. Jetzt die Stadt begann zu blühen. Durch Geldspenden die der Bischof organisiert hatte begann die Entwicklung der Industrie in der Stadt. Von den neuen Erfindungen wie z.B. Schießpulver und die verbesserte Metallverarbeitung profitierte Lüttich gewaltig. Der Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung war somit gelegt.

Die Kathedrale , welche dem 1. Bischof von Lüttich gewidmet war, wurde während der Französischen Revolution geplündert und niedergebrannt. Im Jahre 1795 folgte die Besatzung durch die französischen Truppen und die Stadt wurde von Frankreich regiert. Nach dem Sturz von Napoleon gehörte Lüttich bis zur Gründung der unabhängigen Republik Belgien im Jahre 1830 zum niederländischen Königreich.

Nach der Gründung des belgischen Staates war Liege im 19. Jahrhundert, mit seinen metallurgischen Industrie und Kohle-Minen, das wirtschaftliche Rückgrat von Belgien. In den beiden Weltkriegen war die Stadt wegen ihrer strategisch wichtigen Lage und dem hohen Industrialisierungsgrad hart umkämpft. Heute hat die wirtschaftliche Situation der Liege stark gelitten. Die Schließung der Kohlengruben und der internationale wirtschaftliche Wettbewerb sind unteranderem dafür Verantwortlich. Immerhin ist Liege noch heute die drittgrößte Stadt in Belgien mit rund 400.000 Einwohnern und einer wirtschaftlichen Anziehungspunkt in der Gegend von Maastricht – Aachen – Lüttich.